Die Idee war eigentlich ganz einfach: Wir wollten unsere Bewohnerinnen und Bewohner noch einmal in ihren früheren Berufen fotografieren. Was daraus entstanden ist, war aber viel mehr als ein Fotoshooting.
Unser Bäckermeister stand plötzlich wieder in einer alten Backstube. Er wusste sofort, welche Handgriffe zu tun sind. Er erklärte uns die Maschinen, zeigte uns, wie früher Brot gebacken wurde, und erzählte von seiner Zeit als Bäcker – unter anderem auch in England. Man hat einfach gemerkt, dass dieser Beruf ein großer Teil seines Lebens war.
Unser Postbote hat uns mit einem Augenzwinkern verraten, dass man die Briefe eigentlich gar nicht lesen darf. Er hat von seinen Touren erzählt, von den Menschen, denen er begegnet ist, und davon, warum er seinen Beruf so gerne gemacht hat.
Unsere Modeverkäuferin war sofort wieder in ihrem Element. Sie ist durch das Modegeschäft gelaufen, hat die Kleidung angeschaut, die Stoffe berührt und dabei ganz viele Erinnerungen wach werden lassen.
Unsere Schneiderin konnte zum Zeitpunkt des Fotoshootings schon nicht mehr gut sehen. Das war aber überhaupt nicht wichtig. Sie hat die Stoffe gefühlt, die alten Geräte in die Hand genommen und sofort gewusst, was zu tun ist. Manche Dinge bleiben einfach ein Leben lang.
Unser Musiker musste gar nicht viel machen. Als er auf der Bühne stand und das Licht anging, war sofort klar, dass genau dort sein Platz war. Er hat gestrahlt und alle, die dabei waren, haben es gespürt.
Und dann war da noch unser ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bundesbahn. Kaum liefen die alten Lieder, hat er laut mitgesungen. Um ihn herum wurde es plötzlich ganz still. Viele von uns hatten Tränen in den Augen.
Genau das macht dieses Projekt für uns so besonders. Es sind nicht einfach Fotos entstanden. Es sind Erinnerungen entstanden. Erinnerungen an ein Leben vor der Parkresidenz. An Berufe, die unsere Bewohnerinnen und Bewohner geprägt haben und bis heute ein Teil ihrer Identität sind.
Ein herzliches Dankeschön geht an die Bäckerei Beha in Villingen, das Eisenbahnmuseum in Trossingen, das Modegeschäft Heimathafen in Villingen, das Theater am Turm in Villingen und an die vielen tollen Menschen, die uns Gegenstände und Utensilien von früher ausgeliehen haben. Ohne eure Unterstützung wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen.